Richtung Atlantik

Am Sonntag fuhren wir durch den westlichen Teil des Ärmelkanals. Wir überquerten um ca. 8:45 Uhr den Nullmeridian, was mich veranlasste, ein kurzes Frühstück zu nehmen, damit ich rechtzeitig wieder auf der Brücke war um auf dem GPS System mitzuverfolgen, wie die Richtungsangabe der Koordinate von E auf W wechselte…

Tagsüber fuhren wir an der englischen Küste entlang, wobei sie selten zu sehen war. Immer noch waren aber viele Schiffe mit uns unterwegs und wir konnten auch wieder Windfarmen und Bohrtürme beobachten.

Einer der Attraktionen neben der spannenden Technik und der betörenden Natur ist jeweils das Essen. Zum Abendessen gab es zur Vorspeise Lachs und ein rumänischer Kartoffelsalat, anschliessend ein Cheeseburger mit Spaghetti Carbonara… Eine spezielle Kombination aber sehr köstlich und vor allem sättigend…

Wir sind nun zu Dritt als Passagiere auf dem Schiff. Gustl, ein pensionierter Zoologe und Verhaltensforscher, der lange an der Uni Zürich dozierte auf der Reise zu Freunden in Amerika und Hanna, eine Norwegerin, welche jedoch schon über 20 Jahre in England gelebt hat und immer wieder die Welt bereist. Wir sind eine gute Gruppe und vor allem mit Gustl kann ich mich sehr gut unterhalten (nicht nur aufgrund der Sprache, wir verstehen uns auch sonst sehr gut und es gibt bereits spannende Gespräche)

Den Sonntagabend genoss ich auf der Brücke. Einige Wolkenfelder tauchten auf und es ergab sich wie immer eine wunderbare Stimmung am Horizont. Der dritte Offizier hat mir aufgezeigt, wie gross der Treibstoffverbrauch in etwa ist. Pro Tag benötigt das Schiff ca. 60 – 70 Tonnen Schweröl. Dabei legt es ca. 650km zurück. Dies entspricht einem Verbrauch von ca. 10t pro 100km oder ca. 100l für einen Kilometer! Riesige Zahlen, aber mit 85’000 Tonnen Fracht pro Frachttonne dann eben doch recht wenig…

Seit Sonntag habe ich nun auch Internet über Satellit. So kann ich trotzdem die Verbindung nach Hause aufrechterhalten, obwohl wir auf hoher See sind. Aber die Kosten sind nicht zu vernachlässigen: 0.2$ pro MB tönt nicht nach viel, bedeutet jedoch 200$ pro GB. Deshalb verzichte ich aktuell noch auf das Hochladen von Fotos. Aber immerhin kann ich weiterhin von hier berichten und die Website mehr oder weniger aktuell halten.

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