Bereits stand ich vor der Wahl, was ich die letzten zwei Tage in Kapstadt noch unternehmen sollte. Mit der Schule buchte ich für Donnerstag nochmals einen Ausflug in ein Township zum Abendessen, ansonsten hatte ich nichts mehr geplant… Nach vielen Ideen, entschied ich mich, nochmals ein Hopp-On/Hopp Off Bus-Ticket zu buchen um mich so von Kapstadt und Umgebung zu verabschieden.

Ich nutzte ich die Gelegenheit Camps Bay mit dem wunderschönen Strand zu geniessen. Ich schlenderte dem Strand entlang und genoss das Wasser und die Wellen. Die Wassertemperatur von ca. 10 Grad war jedoch für ein Bad eindeutig zu kalt. Aber mit nackten Füssen im kalten Wasser zu laufen und die heisse Sonne im Gesicht zu geniessen, passte perfekt (Mittelwert stimmte ?). Der Touristenbus brachte mich dann zurück zur Waterfront und erfreute mich nochmals an einem gemütlichen Spaziergang dem Kanal entlang zu meinem Appartement.

Am Abend stand ein zweiter Besuch in einem Township an. Ausgeschrieben war ein „Township Dinner“ im Township „Imizamo Yethu“. Wir wurden bereits im Minibus von unserer dort lebenden Gastgeberin empfangen und sie erklärte uns viel über das Township und Ihr Leben dort. Wie auch in Langa ist hier die Lage äusserst Problematisch. Ca. 30’000 Personen leben hier auf engstem Raum und es kommen immer mehr aus noch ärmeren Gegenden dazu. Hier versucht man ebenso, mit einem Housing Project den Bewohner anstelle von Wellblechhütten Wohnungen mit Strom und Wasser bereitzustellen. Für einige eine riesige Unterstützung, aber es geht sehr langsam vorwärts…

Unsere Gastgeberin erklärte uns, dass wir herzlich Willkommen seien, da wir mit unserem Besuch auch zur Entwicklung und zum Einkommen der Bewohner beitragen würden. Wir wurden in Ihr Haus eingeladen, welches zwar sehr klein aber ausgesprochen heimelig eingerichtet war. Anschliessend ging es über die Strasse in einen den Hütten vorgelagerten Raum um das Dinner zu geniessen. Dieser Raum wird als öffentliche „Bar“ genutzt, heute wurde er jedoch für unser Essen gemietet. Trotzdem besuchten den Raum weiterhin auch die Einheimischen für ein Bier am Abend.


Unsere Gastgeberin eröffnete das Buffet und gab uns zu jedem Gericht einige Hinweise. Es schmeckte herrlich und ich war begeistert, dass auch alle Zutaten im Township eingekauft wurden. Somit hielt unser Besuch hier einen kleinen Wirtschaftskreislauf am Leben, welcher den Bewohnern ein wenig weiterhilft. Nach dem Essen zeigten uns zwei Jugendliche, wie man hier tanzt. Auch eine Gruppe von drei Männern in traditioneller Kleidung führte einen Tanz vor. Der Abend endete, in dem mehr oder weniger alle (inkl. einigen von uns) gemeinsam zu afrikanischer Popmusik tanzten. Auch sie alle profitierten indirekt von unserem Besuch.

Ob die Fröhlichkeit und Freundlichkeit nur „gespielt“ war und wie es sich wirklich hier lebt, blieb für mich offen. Trotz einem schönen, lustigen Abend mit hervorragendem einheimischen Essen bleibt ein schaler Nebengeschmack hängen. Ich musste mir einmal mehr eingestehen, dass ich einfach Glück hatte, in einem sicheren und reichen Land geboren worden zu sein…