Palm Beach, Miami Downtown

Am Montag ging es langsam in Richtung Rückreise. Damit ich am Rückreisetag nicht mehr viel zu fahren hatte, wählte ich Palm Beach an der Ostküste zu meiner letzten Übernachtung aus. Ich wollte nach dem schönen Sonnenuntergang in Fort Myers nochmals einen Sonnenaufgang am Atlantik geniessen.

Dazu fuhr ich einmal mehr quer durch Florida. Ich wählte einen Weg, der mich am Lake Okeechobee vorbei führte. Dieser riesige See ist der Ursprung des Wassers in den Everglades. Den wollte ich unbedingt noch sehen. Problematisch dabei ist jedoch das flache Gelände. Ich konnte den See fast nicht sehen, da keine Anhöhe vorhanden war, von wo aus man einen Überblick erhalten könnte. So musste eine Deichfahrt reichen….

Nach drei Stunden Fahrt war ich auch bereits in Palm Beach angekommen. Ein Ort, wo die Reichsten der Reichen sich Häuser leisten. Es war schon beeindruckend, was für Villen direkt am Strand zu sehen waren. Nicht fehlen durfte natürlich das anwesen von Donald Trump. Mar-a-lago, eine riesige Anlage, die jedoch zur Bucht und nicht zum Meer hin orientiert ist.

In Palm Beach musste ich natürlich nochmals an den Strand und kurz in die Wellen tauchen, für längere Zeit das letzte Mal…

Und auch das letzte Mal für einen Sonnenaufgang aufstehen… Doch das musste einfach sein, obwohl ich bereits so viele Auf- und Untergänge gesehen habe… Einmal mehr wurde ich nicht enttäuscht und der Himmel bot mir ein ein super Spektakel für meinen letzten Tag in Florida, inklusive Pelikane!!!

Bevor es zum Flughafen ging, wollte ich mir noch Miami Downtown ein wenig näher anschauen. Mit Dani und Katja haben wir die Viertel Wynwood und Little Havana besucht, nun wollte ich noch zu den Wolkenkratzern. Doch auf der I95 Richtung Downtown war ziemlich was los, nichts mit gemütlich reinfahren. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und so schaffte ich es bis ins Zentrum. Die Skyline hat sich gelohnt, auch wenn ich sonst von Miami nicht viel mitbekommen habe.

Nun sitze ich am Flughafen und warte auf meinen Flug zurück. Optimal für meinen letzten Blogeintrag für diese Reise. Nach fünf Wochen auf Tour mit sehr vielen Eindrücken und Erlebnissen, freue ich mich auch wieder, meine Familie und Freunde zu treffen, bevor es am Sonntag für zwei Wochen mit der Berufsschule Bülach nach Oxford geht…

Fort Myers

Nach der kleinen Enttäuschung in Everglades City freute ich mich auf den zweiten Besuch von Naples. Und tatsächlich, auch dieses Mal wieder Delphine! Nicht mehr ganz so nahe, aber immer noch hervorragend anzuschauen! Ich weiss nicht, was mich so berührt, wenn ich freischwimmende Delphine sehe, aber ich könnte einfach stundenlang zusehen.

Doch ich wollte ja weiter nach Ford Myers (ein Tipp von Flavia). Im Reiseführer las ich, dass dort die Winterresidenz von Thomas Edison und Henry Ford war. Natürlich musste ich das Museum und die Wohnhäuser besuchen. Eine interessante Führung brachte uns die damalige Zeit näher. Als die beiden nach Fort Myers kamen, waren sie schon sehr reich. Das Anwesen ist riesig und man konnte auch einige Ausstellungsstücke und das Labor bewundern. Dazu gab es damals einen exotischen Park, nicht weil Edison Freude daran hatte, sondern weil er zusammen mit Ford und Firestone mögliche Pflanzen für den Anbau von Naturgummi suchte. Ein sehr vielfältiger Forscher.

Die Stadt Fort Myers selbst hat mir nicht so gefallen und so fuhr ich zum Motel auf Mort Myers Beach… Der Tipp von Flavia war aber so richtig gut! Danke! Weisser Strand, ruhiges Meer, viele Vögel und am Abend einen unglaublichen Sonnenuntergang… Da buchte ich spontan noch eine Nacht. Am zweiten Tag begann ich mich ein wenig für die Rückreise vorzubereiten und am Abend folgte der obligate Sonnenuntergang. Alleine dafür muss ich wieder einmal nach Florida!

Morgen geht es wieder an die Ostküste nach Palm Beach (hoffentlich kann ich dort nochmals einen schönern Sonnenaufgang geniessen) und danach direkt zum Flughafen…

Everglades II (Shark Valley)

Nach den Keys wollte ich noch die anderen Zugänge zum Everglades National Park anschauen. Zuerst stand der nördliche Shark Valley Trail an. Zu Fuss, per Tram oder per Fahrrad lässt sich dort ein 15 Meilen langer Weg erkunden. Trotz teilweisem Regen wählte ich natürlich das Fahrrad. Bevor ich los fuhr, wurde ich noch darauf aufmerksam gemacht, dass man nach ca. 2 Meilen einen toten Alligator sehen könne, der von einem anderen Alligator teilweise verspeist wurde… machte mir ziemlich Mut…

Tatsächlich kam ich an dieser Stelle vorbei, machte jedoch nicht zu lange halt. Es ging noch weitere 6 Meilen bis zu einem Aussichtsturm. Dieser bot einen super Überblick über die Weite dieses einmaligen Nationalparks.

Auf dem ganzen Weg war ich praktisch alleine in der Wildnis. Ich sah viele grosse und kleine Vögel, eine Schlange, diverse Grasshüpfer, grosse Schnecken, etc. Nach zwei Stunden fahrt war ich jedoch irgendwie sehr froh, dass ich keinem Alligator begegnete… ein wenig unheimlich war das ganze schon, obwohl ich wusste, dass sie nicht gefährlich sind…

Dann ging es weiter nach Everglades City. Dort erwartete ich eigentlich nochmals einen tollen Einblick in den Nationalpark. Dieser Teil ist jedoch hauptsächlich per Boot zu erkunden. Das habe ich bereits mal gemacht und so verzichtete ich auf weitere Touren und beendete meine Everglades Erfahrungen.

Zum Schluss der Reise werde ich nochmals die Westküste (Fort Myers) und dann die Ostküste (Palm Beach) erkunden…

Key West

Am Dienstag nach dem Abschied von Dani und Katja fuhr ich noch bis nach Marathon. Dort übernachtete ich das erste Mal auf den Keys. Diese Unterkunft war doch sehr speziell… Ich hatte zwar ein eigenes Badezimmer, doch das war nicht überdacht???!!! So duschte ich halt unter freiem Himmel und machte mich auf den Weg, den ersten Sonnenuntergang auf den Keys zu erleben. Tatsächlich, ohne Wolken versank die Sonne im Meer! Davon kann ich mich einfach nicht satt sehen…

Am nächsten Tag besuchte ich vor der Weiterfahrt noch ein Turtle Hospital, in welchem verletzte Schildkröten verarztet und gepflegt werden, bis sie wieder ausgesetzt werden können. Die leisten dort eine super Arbeit für den Erhalt dieser Spezies.

Dann ging es weiter Richtung Key West mit einem Halt am berühmten Bahia Honda State Park. Wirklich ein sehr schöner Fleck mit der berühmten, alten Eisenbahnbrücke.

In Key West angekommen machte ich mich auf den Weg zm südlichsten Punkt. Dort standen so viele Touristen für Fotos an, dass ich sofort weiter ging (ich machte mein Foto dann am anderen Morgen früh ganz in Ruhe). Zuerst stieg ich mit zitternden Knien auf den alten Leuchtturm und hatte einen super Überblick über Key West. Anschliessend besuchte ich das Hause, in welchem Hemingway gelebt und einige seiner Werke geschrieben hat. Dazu genoss ich eine sehr informative und mit Anekdoten angereicherte Führung.

Am Abend musste ich natürlich zum Sunset auf den Mallory Square. Dort wird der Sonnenuntergang wirklich zelebriert! Hunderte von Leuten veranstalteten ein Fest zum Sonnenuntergang. Sehr schön, aber auch ein wenig speziell, geht doch die Sonne jeden Tag und überall auf der Welt unter… aber wirklich eine schöne Atmosphäre um den Sonnenuntergang zu geniessen.

Am nächsten Tag hatte ich noch ein wenig Zeit und entschied mich spontan für einen Schnorchelausflug. Das Florida Riff ist das drittgrösste Riff auf der Welt und das wollte ich mir mal näher anschauen. Mit einem Schiff fuhren wir zwei Spots an, an welchen wir schnorcheln konnten. Für mich das erste Mal und ich benötigte einige Minuten, bis ich mich der Wasserwelt hingeben konnte. Aber dann eröffnete sich für mich eine neue Welt. Klares Wasser, diese Vielzahl von vielfarbigen und verschiedenen Fischen, unterschiedliche Korallenformen, und alles ganz nahe, wirklich unglaublich. Ein super Erlebnis!

Und dann hiess es auch schon wieder Abschied nehme von den Keys und zurück aufs Festland, wo nochmals ein Besuch in den Everglades wartet…

Everglades I (Flamingo)

Am Montag ging ich bereits das erste Mal in den Everglades National Park. Beim Recherchieren im Internet fand ich einen interessanten Walk mit einem Park-Ranger, welcher um 10:30 Uhr startete. Ich war bereits um ca. 10 Uhr dort und habe es nicht bereut. Der Ranger versuchte gerade, eine kleine Klapperschlange vom Touristenplatz weg zu bewegen. Tatsächlich verschwand sie dann nach einigen Minuten (und Fotosessions mit mir) tatsächlich im Gebüsch. Ein Blick ins Gebüsch liess mich dann auch bereits den ersten Alligator . Er lag ganz friedlich hinter einem kleinen Steinmäuerchen im Schatten eines Busches. Und dies alles bevor ich auf den Walk mit dem Ranger ging… Die Erwartungen waren hoch…

Auf dem Walk erläuterte der Ranger viele interessante Fakten über die Everglades, die Alligatoren, Vögel, Pflanzen, etc. Während dem wandern sahen wir mehrere Alligatoren rumliegen. Obwohl der September eigentlich eine schlechte Zeit ist, um Alligatoren zu sehen, sahen wir während dem Wandern durch den Park mehrere Exemplare. Meistens jedoch nur teilweise, da der Rest im Wasser oder unter einem Steg war. Die Zeit war jedoch optimal um Baby-Alligatoren zu sehen! Da konnten wir einige von den noch gelb/schwarz gestreiften Minialligatoren (ca. 30cm lang) beobachten. Dieser Ausflug war sehr aufschlussreich und lohnenswert.

Nicht so lohnenswert war der Ausflug am Nachmittag in eine Alligatorfarm. Obwohl ich mich beim Ranger vorgängig über die Sinnhaftigkeit solcher Farmen informiert hatte und er dies eine gute Sache fand, war dies nichts für mich. Ich konnte zwar sehr viele Alligatoren von klein bis gross beobachten, aber natürlich eingesperrt. Dazu noch eine Alligatorshow, welche mir gar nicht gefallen hat, eine Tour mit einem Airboot, welches viel zu laut für die bewundernswerte Umgebung war und das Füttern der Alligatoren. Da waren mir die freilebenden Tiere bedeutend lieber.

Am Abend kamen Dani und Katja von Key West wieder zurück und so gingen wir am Dienstag nochmals in die Everglades. Ich hatte so geschwärmt, von diesem Rangerwalk, dass sie diesen auch machen wollten. So kam ich in den Genuss einer zweiten Runde. Kein Problem, es führte ein anderer Ranger und so gab es wieder ganz viele neue Inputs. Wir konnten die Alligatoren sogar noch besser sehen als am Tag zuvor.

Diesmal fuhren wir mit dem Auto noch weiter in Park hinein bis hinunter nach Flamingo. Dieser Punkt liegt ganz im Süden der Everglades am Meer. Dadurch sind die Everglades im sündlichen Bereich mit Salzwasser vermischt und deshalb ist dort das Krokodil heimisch. Es gibt sogar Bereiche in den Everglades, in welchen sowohl der Süsswasser Alligator als auch das Salzwasser Krokodil nebeneinander zu beobachten sind. Bei der Ankunft wurden wir zuerst von Manatees (Seekühe) überrascht, welche zwischen den Bootanlegestellen schwamen und kaum waren wir einige Meter gelaufen, schwamm auch noch ein Krokodil an uns vorbei. Katja und ich buchten eine Bootstour und konnten nochmals die Schönheit dieser Naturlandschaft bewundern. Tiere sahen wir leider sehr wenige.

Nach diesem ereignisreichen Tag verabschiedete ich mich von Dani und Katja. Sie flogen weiter nach Las Vegas und ich machte mich auf den Weg zu Key West. Ich hatte in Marathon ein Cottage reserviert. Überrascht musste ich feststellen, dass dieses nicht nur sehr einfach war (kein Problem, da sauber) sondern auch, dass Dusche, WC, Lavabo im Freien installiert waren. Tja, nicht ganz nach meinem Geschmack aber für eine Nacht wohl kein Problem… Dafür war der Sonnenuntergang bereits legendär! Wie im Internet beschrieben sinkt die Sonne feuerrot in das Meer! Morgen gehts dann weiter nach Key West…

Miami (Beach, Town, Dolphins)

Kaum hatte ich mich von Flavia und der Westküste verabschiedet, traf ich in Miami an der Ostküste Dani und Katja. Zufälligerweise machten sie vor Ihrer Reise in Kalifornien einen Zwischenstopp in Miami und ich konnte meinen Plan perfekt danach richten.

Bereits das Hotel, welches Katja ausgesucht hatte, war super! So feudal hatte ich während der ganzen Reise nie übernachtet. Wirklich toll! Gemeinsam erkundigten wir Miami Beach. Der Ocean Drive war ein spezielles Erlebnis (Musclebeach, spezielle Bauarchitektur, aber auch Party, Party, Party… ) Der Strand war sehr schön und die Liveguard-Häuschen legendär! Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, ein Bad im warmen Atlantikwasser zu geniessen.

Am Abend schauten wir uns zwei Bezirke in Miami Downtown an. Zuerst liessen wir uns von den kunstvollen Graffitis an den Wänden von Wynwood bezaubern. Unglaubliche Künstler! Wir schauten auch noch kurz in eine Ausstellung von Eduardo Kobra (Brasilien) mit ausdrucksstarken Bildern. Ein sehr spannendes Viertel, dass man auf keinen Fall verpassen sollte.

Zum Nachtessen fuhren wir ins nahe „Little Havana“. Ein kubanisches Viertel mit entsprechendem Essen und Musik. Da spürt man die lateinamerikanische Lebensweise. Sowohl das Essen als auch das spezielle Flair hat mir sehr gefallen.

Am Sonntag habe ich mir wieder etwas spezielles gegönnt. Ich wollte einmal live bei einem American Football Spiel der NFL dabei sein. Die Miami Dolphins spielten gegen New England Patriots. Vorgängig musste ich mich mit per Youtube mit dem Spiel vertraut machen und dann ging es auch schon los. Für Dani und Katja war die Zeit zu knapp, wollten Sie in ihren vier Tagen noch viele andere Sehenswürdigkeiten Floridas erkunden. Doch Flavia war von der Idee begeistert und kam spontan mit. Das freute mich sehr, macht natürlich viel mehr Spass zu zweit als alleine.
Bereits vor dem Stadion eine riesiges Volksfest. Die Fans, ausgerüstet mit Zelten, Grill, Spielen, etc. zelebrierten vor dem Spiel auf den Parkplätzen Ihre Vorfreude. Auch im Eingangsbereich des Hard Rock Stadions viele Attraktionen und Wettbewerbe. Alleine das Stadion war äusserst eindrucksvoll, 65’000 Zuschauer und die Sicht auf das Feld auch von den entferntesten Plätzen (natürlich auch unsere) sehr gut! Wir genossen das Spiel, obwohl die Patriots deutlich besser waren (43:0). Es war trotzdem sehr spannend und mit Tom Brady konnten wir den wohl aktuell besten Quarterback live bestaunen.

Nach diesem ereignisreichen Sportevent – Tag verabschiedete ich zum zweiten Mal bei Flavia und machte mich auf den Weg Richtung Florida City. Dort treffe ich mich wieder mit Dani und Katja um gemeinsam die Everglades genauer anzuschauen.

Besuch bei Flavia in Ave Maria, Abstecher nach Naples

Wenn ich schon jemanden kenne in Florida, so wollte ich natürlich auf Besuch gehen.
Flavia hat vor einigen Jahren bei mir im Beachkader trainiert und ist unterdessen bereits das 3. Jahr in Florida am studieren und Volleyball spielen. Dieses Semester ist sie neu an der Ave Maria Universität, das passte perfekt zum meiner Reiseroute. Dass am 11.9. auch noch das erste Saisonspiel auf dem Programm stand, machte den Aufenthalt noch besser…

Ave Maria wurde im Jahr 2003 gegründet um dort eine Universität zu erstellen… in mitten von nichts… sechzehn Jahre später besuchen über 2000 Studenten die Universität, eine grosse Kirche thront im Zentrum und rundherum hat es Wohnsiedlungen und einige kleine Geschäfte.

Flavia führte mich in der Universität und in der Stadt herum und gab mir einen kleinen Einblick in das Leben einer Studentin in Amerika. Am Abend dann das erste Meisterschaftsspiel. Es ging dabei sehr emotional und laut zu und her. Das Spiel war lange ausgeglichen und bewegte sich auf gutem Niveau. Leider behielt in den entscheidenen Situationen der Gegner die Nerven und gewann am Ende mit 3:0 (23/24/17)
Spannenden waren für mich die unterschiedlichen Regeln… Es darf pro Satz 18 mal gewechselt werden, wenn der Ball an die Decke geht, wird weiter gespielt, der Libero darf servieren, etc. Das bedeutet auch taktisch ein anderes Spiel. So wird ähnlich dem Libero oft vorne/hinten mit zwei unterschiedlichen Spielerinnen gespielt (sozusagen mehrere Liberas). Dadurch werden z.B. 3m Angriffe weniger wichtig und die Qualität der Annahmen steigt. War sehr interessant zu verfolgen.

Am 2. Tag machte ich einen Ausflug nach Naples ans Meer. Ich ging zuerst auf den dortigen Pier um mich umzuschauen. Plötzlich tauchte vor mir ein Delfin auf!!! Unglaublich… mein erster Delfin in freier Wildbahn am Strand von Naples. Und das war bei weitem nicht der einzige. In der Zeit auf dem Pier sah ich weit über 10 Delfine, oft zu zweit und als Bonus sogar noch eine Meeresschildkröte! Dieser Ausflug hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Das Städtchen ist eher für gut Betuchte und dementsprechend gab es viele Villen zu sehen. Der Sandstrand mit weissem Sand war wunderschön anzuschauen. Ein gelungener Ausflug!

Am Abend ging ich zum Abschied noch mit Flavia essen und so gingen die zwei Tage im nu vorbei. Vielen Dank Flavia!

Nun geht es weiter nach Miami, wo ich Dani und Katja treffen werde.

Orlando, Tampa, Orangetree

Am Dienstag wollte ich in Orangetree ankommen, da ich am Mittwoch in Ave Maria abgemacht hatte. Dies bedeutete ca. 5h Autofahrt. Dazu war ich mir lange nicht sicher, welche Strecke ich fahren soll und was ich dabei anschauen soll.

Orlando ist bekannt für die vielen Vergnügungsparks (Disney World, Universal Studios, etc.) Nicht wirklich mein Ding, aber kann man das auslassen? Man bzw. ich konnte..Trotzdem wollte ich Orlando nicht links liegen lassen, sondern Downtown einen Besuch abstatten. Beim Lake Eola Park sah es ganz schön aus, ansonsten hohe Gebäude aber für mich nichts spezielles.

Als ich mich über Orlando schlau gemachte, stiess ich auf eine Attraktion, die mich viel mehr interessierte als die Vergnügungsparks… Eine Tour auf einer Orangenplantage, dazu noch mit Monstertracks… Das musste ich gesehen haben. Leider sind die Orangen erst im November wieder pflückreif, so sah man nur die vielen noch grünen Orangen an den Bäumen. Trotzdem war es sehr spannend, die Farm hat eine Grösse von zehn Quadratkilometern! Nicht alles wird für die Orangenbäume verwendet, vieles ist reine Wildnis. Mit einem Monstertrack fuhren wir ca. 1h lang durch die Plantage. Neben den Orangenbäumen sahen wir viele Tiere und erlebten eine abenteuerliche Fahrt. Einen herrlichen Orangensmoothie genehmigte ich mir zur Belohnung für die gute Entscheidung dahin zu gehen.

Gestärkt machte ich mich auf den Weg nach Tampa. Auch von dieser Stadt wollte ich einen Eindruck erhalten. Sehr eindrücklich war das Universitätsgebäude, fast ein wenig Hogwarts… Ansonsten auch wieder spannend gebaute Business-Towers und eine gigantische Brücke.

Nach einer langen Fahrt, kam ich in meiner ersten Airbnb – Unterkunft an. Zimmer mit eigenem Bad, Haus zur Mitbenutzung, alles sehr sauber und gemütlich, sehr nette Leute. Trotzdem musste ich mich zuerst daran gewöhnen, ein Haus mit mir fremden Personen zu teilen. Das wird meine Unterkunft für die nächsten drei Nächte sein.

Kennedy Space Center

Am Montag stand einer der Key-Points meiner Florida Reise auf dem Programm. Ich wollte den Ort besuchen, wo vor 50 Jahren die ersten Menschen zum Mond aufbrachen.

Bevor ich jedoch in Richtung Kennedy Space Center fuhr, wollte ich noch etwas spezielles unternehmen. Die ersten Rennen in Daytona fanden auf dem Strand statt. Noch heute darf man (natürlich gegen eine Gebühr) mit dem Auto auf dem Strand fahren. Dies wollte ich auch mal erleben, im Auto am Meer entlang cruisen. Ich löste ein Ticket und fuhr danach dem Strand entlang. Plötzlich Polizeilichter hinter mir… ich hielt an und wollte aussteigen… Fehlentscheid!!! Sofort stand der Polizist mit gezogener Waffe vor mir und befahl mich zurück ins Auto! Nach meinem ersten Schreck erklärte er mir dann sehr freundlich, dass man in der USA bei einer Polizeikontrolle auf keinen Fall aussteigen dürfe… er wollte mir eigentlich nur zeigen, in welchem Bereich des Strandes ich fahren dürfe… Dieses Erlebnis war noch fast intensiver als die Strandfahrt selbst

Danach ging es los zum Ort wo Geschichte geschrieben wurde… Ziel Abschussrampe Apollo 11. Das Besucherzentrum vom Kennedy Space Center zeigt viele spannende Fakten über die Vergangenheit und die aktuelle Arbeit der NASA. Natürlich immer wieder gespickt mit Ausstellungstücken vergangener Missionen. So war eine vollständige Apollo Rakete zu sehen und auch das Space Shuttle Atlantis konnte in einer Halle bewundert werden. Daneben viele eindrückliche Filme (teilweise in 3D), welche einem verschiedene Aspekte der Raumfahrt näher brachten.

Für mich am spannendsten war jedoch die Extra Tour aufs Gelände. Uns wurde ein Blick in Richtung Cape Canaveral gewährt (Militärische Anlage für Raketenstarts) und wir fuhren auf dem Gelände vom Kennedy Space Center zu verschiedenen Aussichtspunkten. Speziell für mich war sicher der Lauch Complex 39A von wo aus Apollo 11 zum Mond startete. Es gab natürlich noch viel mehr zusehen, das Vehicle Assembly Building (mit Toren von 139m Höhe, damit die aufgebauten Raketen raus zur Start gebracht werden können), Grundplattformen für den Aufbau der Raketen, etc. sogar freilebende Delfine schwammen vorbei. Diese Tour hat sich wirklich gelohnt.

Dieser Ausflug hatte mich ein wenig in meine Jugendzeit zurück versetzt. Ich war damals sehr interessiert an der Raumfahrttechnik. Es herrschte an dieser Stelle aber auch ein Spirit des Aufbruchs… so eine Art „Wir schaffen das…“ Mentalität. Alleine diese Besuch war schon die Reise wert!

Von Charleston nach Florida (Daytona Beach)

Am Samstag morgen verabschiedete ich mich von Gustl, welcher mit einem Greyhound – Bus weiter nach Orlanda fuhr. Ich schaute mich praktisch den ganzen Tag in Charleston um. Eigentlich erwartete ich Nachwirkungen des Hurricans, aber da war wenig zu sehen. Viele Blätter am Boden, teilweise Äste, die abgebrochen herum lagen und noch wenige Pfützen. Das Schlimmste war wohl,dass der Strom für ca. 12h unterbrochen war. Charleston selbst ist eine schmucke Stadt mit einem schönen Markt.

Ich liess es mir nicht nehmen, eine der berühmten Plantagen zu besichtigen. Ich wählte die Boone Hall Plantage, auf welcher früher hauptsächlich Baumwolle angepflanzt wurde. Es wurde auch gezeigt, wie die Sklaven auf der Plantage lebten und arbeiteten. Neben der Geschichte ist es auch einfach ein schöner Ort zum verweilen.

Danach war Schluss mit Charleston und ich fuhr einige Kilometer nach Beaufort. Ein kleines Städtchen mit schöner Meerpromenada. An diesem Ort verbrachte ich auch die Nacht.

Am Sonntag war mein Ziel, in Florida zu landen. Als Ende der Etappe hatte ich den Daytona Beach ins Auge gefasst. Unterwegs liess ich es mir aber nicht nehmen, noch einige kleine Städte zu besichtigen.

Nach knapp einer Stunde machte ich meinen ersten Halt in Savannah. Dort verweilte ich ca. eine Stunde und streifte durch die Stadt. Dabei kam ich an der Strasse vorbei, an welcher die berühmte Bank von Forest Gump für die Dreharbeiten gestanden hat. Auf jeden Fall hatte sich dieser Zwischenhalt gelohnt.

Danach führ ich weiter auf der Interstate 95 und passierte die Staatsgrenze zu Florida. Mein Hauptziel war geschafft, aber zum Daytona Beach war es noch ein Stück zu fahren.

Ich machte noch einen Zwischenhalt in St. Augustine. Sie wird als älteste Stadt der USA gehandelt. Leider wurde diese Tatsache viel zu stark thematisiert. Die ganze Innenstadt ein kleines Disneyland. Voll von Touristen (inkl. mir) und rundherum nur Touristenshops. Zwar schön, aber für mich zuviel….

Ich wählte von da die A1A bis nach Daytona Beach. Nicht der schnellste Weg, aber mit Abstand der schönste. Praktisch alles an der Küste entlang. Schöne Villen und dann wieder der Blick aufs Meer. Wirklich ein entspanntes Fahren. Bis auf einen kurzen Zwischenfall: Auf der Gegenseite hielt plötzlich ein Auto, eine Frau steig aus und rannte auf die Strasse. Ich machte sofort eine Notbremsung und hielt den Wagen an. Gott sei Dank! Die Frau hatte eine Schildkröte auf der Strasse gesehen und diese vom Verkehr gerettet. Und mit Schildkröte meine ich eine richtige… ca einen halben Meter im Durchmesser… Nochmals gut gelaufen. Dumm war nur, dass ich verspasst habe, diese Schildkröte zu Fotografieren.

Gegen Abend kam ich dann in Daytona Beach , wo alljährlich das berühmte NASCAR-Rennen stattfindet, an. Natürlich liess ich es mir nicht nehmen, noch kurz ins Meer zu springen. Nach einem kurzen Nachtessen in einem verrückten Restaurant mit alles Autoimitationen ging auch dieser Tag zu Ende. Am nächsten Tag ist ein Besuch im Kennedy Space Center geplant…