Antwerpen – Rotterdam-Bremerhaven

Nachdem in Antwerpen die letzten Container geladen wurden, gings richtig los. Die Schlepper positionieren sich und es hiess «Leinen los». Obwohl ich bereits am ersten Tag im Hafen vieles erlebt hatte, war dies der eigentliche Startschuss der Reise. Gemächlich verliessen wir den Hafen und fuhren durch die Schelde ins Meer. Leider starteten wir erst um 22 Uhr und deshalb war nicht mehr viel zu sehen.

Nach einer ruhigen Nacht erwachte ich bereits im Warteraum von Rotterdam. Gezählt habe ich über 60 Schiffe, die ich von blossem Auge entdeckte, es müssen aber hunderte vor Rotterdam gewartet haben. Unglaublich, was da auf der Welt alles rumtransportiert wird… Erst um 21 Uhr kam der Lotse und die Einfahrt konnte beginnen. Dabei kreuzen wir ein noch grösseres Schiff, 400m Länge, 60m Breite und ca. 21’000 Container geladen. Mehr als 3x so viele wie unser Schiff… eigentlich unbeschreiblich. Im Hafen festgebunden waren wir dann schlussendlich um ca. 24 Uhr. Das Ein- und Ausladen konnte beginnen, für mich gings jedoch ins Bett.

Am anderen Morgen gab es viel zu sehen. Im Hafen von Rotterdam wurde neben der Schiffsladung auch der gesamte Abfall der vergangenen Reise entsorgt und der Proviant für die anstehende Tour aufgenommen. Das Schiff ist danach jeweils wieder für die nächsten sechs Wochen autark unterwegs.

Bereits um 14 Uhr gings wieder los Richtung Bremerhaven. An Bohrtürmen und Offshore Windanlagen vorbei der Friesischen Inseln entlang. Nun geht’s ins Bett und beim Aufwachen werden wir bereits in Bremerhaven angelegt haben.

Erster Tag auf dem Schiff

Um viertel nach Sieben gings los, zuerst zur Immigration Police wo ich mit einer Wartezeit von 6h rechnen musste. Nach 5 Minuten war ich wieder draussen… Auf meine Frage, wie ich zum Schiff gehen könne, hat mich der Beamte zuerst nur komisch angeschaut, Taxi natürlich! Obschon ich bereits im Hafen war, musste ich nochmals 20 Minuten mit dem Taxi zum Gate, nichts mit Fussweg… Die Grössenordnungen sind hier einfach anders.

Dies habe ich auch auf dem Schiff bemerkt. Die Container sind riesig und trotzdem wird alles behandelt, wie im Kleinen auch. Mit übergrossen Kränen werden die Container vom Schiff geholt und an Land gestellt- Dort werden Sie von riesigen Hubstaplern abgeholt und weggeräumt. Pro Kran und Stunde je 30 Container. Unser Schiff wurde von 5 Kranen und unzähligen Hubstaplern gleichzeitig be- und entladen. Imposant, ein riesiger Ameisenhaufen in Gross!

Nicht nur der Hafen und die Hafenanlagen sind gigantisch, auch das Schiff ist unglaublich gross. 300m lang, 40m breit und kann mit ca. 7000 Containern beladen werden. Und dieses gehört bereits nicht mehr zu den grossen Schiffen… Trotzdem sehr eindrücklich, kann man sich gar nicht richtig vorstellen, ohne es gesehen zu haben.

Auf dem Schiff habe ich auch bereits diverse Personen kennengelernt. Mein Mitpassagier ist ein pensionierter Lehrer aus Deutschland und bereits sechs Wochen mit dem Schiff unterwegs. Seine Reise endet jedoch in Bremerhaven und es werden neue Passagiere zusteigen. Er konnte mir bereits vieles Erzählen und hat mir wichtige Tipps gegeben. Da bin ich sehr froh, denn er ist der einzige deutschsprachige Schiffsfahrer. Die Offiziere sind fast alle aus Rumänien und die Crew hauptsächlich aus den Philippinen. Aber ich wollte ja Englisch sprechen… Alle sind sehr freundlich und ich konnte bereits meinen ersten Lunch geniessen. Hat sehr geschmeckt!

Zwischen Einundzwanzig- und Zweiundzwanzighundert ist geplante Auslaufzeit. Ich freue mich bereits auf das erste Teilstück nach Rotterdam.

Auf nach Antwerpen

Bevor man auf einem Frachter einschiffen kann, muss natürlich zuerst in eine Hafenstadt gereist werden. Als Einsteigeort habe ich Antwerpen gewählt. Wie sich herausstellt, eine vorzügliche Wahl!

Nach einer kurzen aber trotzdem schmerzlichen Verabschiedung ging es endlich los. Mit dem Flugzeug nach Amsterdam und anschliessend per Zug nach Antwerpen. Eingecheckt habe ich am Morgen und so konnte ich zuhause noch zu Mittag essen (Winzerrösti, wohl für länger das letzte mal ein Schweizer Gericht…). Nach einem ruhigen und angenehmen Flug stieg ich in Amsterdam in den Thalys – Hochgeschwindigkeitszug (230km/h). Ich konnte sogar noch eine Stunde früher als gebucht los, da bei der Gepäckausgabe alles so schnell geklappt hatte und im Zug noch freie Plätze zur Verfügung standen. Ganz überrascht war ich, dass ich in einem Premium Wagen gebucht war, super schön, viel Platz und ein Snack inklusive… Dies Stunde verging wie im Zuge 😉

In Antwerpen angekommen ging ich sofort ins vorgebuchte Hotel. Auch hier hatte ich wieder Glück und bekam ein Upgrade des Zimmers. Im 10 Stock mit Blick auf Antwerpen… Super!

Nachdem ich noch letzte Einkäufe getätigt hatte, musste ich natürlich auch ein wenig die Stadt anschauen. Bereits bei der Ankunft ist mir der Bahnhof aufgefallen. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ein Wunderbauwerk! Aber auch sonst hat Antwerpen viel zu bieten (Fotogalerie zeigt einige Eindrücke, habe fotografiert, bis der Akku leer war…) Leider wurde vielerorts gerade renoviert und es war doch einiges eingerüstet. Trotzdem hat mich die Stadt sehr beeindruckt.

Morgen geht es los aufs Schiff… ich bin gespannt, was mich da erwartet… Aber wenn es so erfolgreich weitergeht wie mein erster Tag, dann muss ich mir keine Sorgen machen. Der Start ist auf jeden Fall mehr als geglückt!

Bald geht es los…

Der Abreisetermin kommt näher, Vorfreude und Spannung wechseln sich mit Unsicherheit und Abschiedsgedanken ab…

Die letzten Buchungen sind abgeschlossen. Am 19.8. reise ich nach Antwerpen und am 20.8 ist das Einschiffen geplant. Die Reiseroute wird mich zuerst von Antwerpen nach Rotterdam und anschliessend nach Bremerhaven bringen. In dieser Zeit werde ich hoffentlich viel vom Grosshafenbetrieb erfahren.

Anschliessend führt die Reise über den Nordatlantik nach Charleston. Ca. 10 Tage auf hoher See: die Weite der Welt erleben, die Seele baumeln lassen, die Technik des Schiffes erkunden und vieles Meer 😉

Nun noch Koffer packen und tschüss…