Letzter Tag mit Sonnenuntergang auf dem Signalhill

Heute war bereits mein letzter Tag. In der Schule wurden wir offiziell verabschiedet und ich musste auch einigen Mitstudenten, mit denen ich gemeinsam einiges erlebt hatte, tschüss sagen. Aber vielleicht treffen wir uns ja mal wieder. (Mindestens die Schweizer und Deutschen unter uns.)

Da ich ein Ticket für zwei Tage mit dem Touristenbus gebucht hatte, konnte ich auch heute nochmals durch die schönen Gegenden in Kapstadt fahren. Ich entschied mich für die Weintour. Ich besuchte die Gegend Constantia. Man sagt, das sei die älteste Weinregion am Kap. Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, beim Weingut „Groot Constantia“ nochmals an einem Weintasting teilzunehmen. Nachdem ich fünf Weine aus verschiedenen Traubensorten genossen hatte und ich durch die Reben zurück zum Bus geschlendert war, führ ich nochmals an die Waterfront. Hier bummelte ich noch ein wenig rum, bevor es auf die Sunset Tour hoch zum Signalhill ging.

Der Signalhill war mein letztes Ziel und diesen Ausflug wollte ich zusätzlich mit einem Sonnenuntergang krönen. Ich für mit dem Bus hoch und bereits auf der Fahrt war klar, dass ich eine gute Entscheidung getroffen hatte. Es bot sich nochmals ein herrlicher Blick auf Kapstadt. Vor mir lag die ganze Stadt und hinter mir der Tablemountain und der Lions Head. Ich sog nochmals alles in mich rein…

Der Sonnenuntergang wurde hier oben wie in Key West (Florida) zelebriert. Viele Leute versammeln sich auf dem Hügel, picknicken und geniessen den Sonnenuntergang. Der atemberaubender Ausblick übers Meer, in mitten dieser schönen Umgebung, auf die untergehende Sonne, wird mich wohl noch lange an Kapstadt erinnern lassen. Ein perfekter Abschluss einer wunderschönen Reise!

Die Reise ist nun zu Ende. Ich startete mit sehr gemischten Gefühlen (ängstlich, unsicher) und bekam auch zuerst diese Seite der Stadt zu sehen (viele arme, obdachlose Menschen, sehr hektisch und laut, teilweise schmutzig). Je länger ich jedoch in Kapstadt war, umso mehr entdeckte ich die seine Schönheit (Die wunderschöne Umgebung, tolle Viertel in der Stadt, das friedliche Zusammenleben, die Fröhlichkeit und Freundlichkeit der Menschen). Ich weiss nun, weshalb die Stadt als eine der Schönsten auf der Welt gilt und ich bin glücklich, dass ich hier zwei Wochen geniessen konnte.

Camps Bay und Township Dinner

Bereits stand ich vor der Wahl, was ich die letzten zwei Tage in Kapstadt noch unternehmen sollte. Mit der Schule buchte ich für Donnerstag nochmals einen Ausflug in ein Township zum Abendessen, ansonsten hatte ich nichts mehr geplant… Nach vielen Ideen, entschied ich mich, nochmals ein Hopp-On/Hopp Off Bus-Ticket zu buchen um mich so von Kapstadt und Umgebung zu verabschieden.

Ich nutzte ich die Gelegenheit Camps Bay mit dem wunderschönen Strand zu geniessen. Ich schlenderte dem Strand entlang und genoss das Wasser und die Wellen. Die Wassertemperatur von ca. 10 Grad war jedoch für ein Bad eindeutig zu kalt. Aber mit nackten Füssen im kalten Wasser zu laufen und die heisse Sonne im Gesicht zu geniessen, passte perfekt (Mittelwert stimmte ?). Der Touristenbus brachte mich dann zurück zur Waterfront und erfreute mich nochmals an einem gemütlichen Spaziergang dem Kanal entlang zu meinem Appartement.

Am Abend stand ein zweiter Besuch in einem Township an. Ausgeschrieben war ein „Township Dinner“ im Township „Imizamo Yethu“. Wir wurden bereits im Minibus von unserer dort lebenden Gastgeberin empfangen und sie erklärte uns viel über das Township und Ihr Leben dort. Wie auch in Langa ist hier die Lage äusserst Problematisch. Ca. 30’000 Personen leben hier auf engstem Raum und es kommen immer mehr aus noch ärmeren Gegenden dazu. Hier versucht man ebenso, mit einem Housing Project den Bewohner anstelle von Wellblechhütten Wohnungen mit Strom und Wasser bereitzustellen. Für einige eine riesige Unterstützung, aber es geht sehr langsam vorwärts…

Unsere Gastgeberin erklärte uns, dass wir herzlich Willkommen seien, da wir mit unserem Besuch auch zur Entwicklung und zum Einkommen der Bewohner beitragen würden. Wir wurden in Ihr Haus eingeladen, welches zwar sehr klein aber ausgesprochen heimelig eingerichtet war. Anschliessend ging es über die Strasse in einen den Hütten vorgelagerten Raum um das Dinner zu geniessen. Dieser Raum wird als öffentliche „Bar“ genutzt, heute wurde er jedoch für unser Essen gemietet. Trotzdem besuchten den Raum weiterhin auch die Einheimischen für ein Bier am Abend.

Unsere Gastgeberin eröffnete das Buffet und gab uns zu jedem Gericht einige Hinweise. Es schmeckte herrlich und ich war begeistert, dass auch alle Zutaten im Township eingekauft wurden. Somit hielt unser Besuch hier einen kleinen Wirtschaftskreislauf am Leben, welcher den Bewohnern ein wenig weiterhilft. Nach dem Essen zeigten uns zwei Jugendliche, wie man hier tanzt. Auch eine Gruppe von drei Männern in traditioneller Kleidung führte einen Tanz vor. Der Abend endete, in dem mehr oder weniger alle (inkl. einigen von uns) gemeinsam zu afrikanischer Popmusik tanzten. Auch sie alle profitierten indirekt von unserem Besuch.

Ob die Fröhlichkeit und Freundlichkeit nur „gespielt“ war und wie es sich wirklich hier lebt, blieb für mich offen. Trotz einem schönen, lustigen Abend mit hervorragendem einheimischen Essen bleibt ein schaler Nebengeschmack hängen. Ich musste mir einmal mehr eingestehen, dass ich einfach Glück hatte, in einem sicheren und reichen Land geboren worden zu sein…

Tablemountain, Robben Island, Sea Point

In der zweiten Woche wollte ich unbedingt auf den Tablemountain. Da es aufgrund des Windes und der sonstigen Wetterbedingungen oft nicht möglich ist, nutzte ich die erste Gelegenheit am Montag und fuhr hoch…

Was für ein Ausblick!!! Die ganze Stadt liegt vor mir, daneben der Lions Head und auch die schönen Strände von Camps Bay und Clifton sind von oben zu bewundern. Auch die Möglichkeit, auf diesem speziellen Berg rumzuwandern und die Atmosphäre zu geniessen ist traumhaft. Während ich oben war, kamen Wolkenschwaden auf, welche sich über den ganzen Berg verteilten und den Südhang runter wanderten. Der starke Wind hielt sie jedoch im Zaum und so konnte ich trotzdem die tolle Aussicht geniessen.

Das Runterfahren entpuppte sich dann als schwierigstes Unterfangen. Da der Wind immer stärker wurde, war der Seilbahnbetrieb plötzlich eingeschränkt und ich musste ca. 1.5h auf die Talfahrt warten. Aber am Ende ist man dann einfach froh, dass man mit runter kam.

Am Dienstag besuchte ich Robben Island, eine Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela und viele andere politische Kritiker der Apartheit gefangen gehalten wurden. Ich nahm an einer Führung teil, welche von einem früheren politischen Gefangenen aus diesem Gefängnis durchgeführt wurde. Sehr eindrücklich, in welchen Verhältnissen die Gefangenen leben mussten. Dass Mandela anschliessend nicht voller Hass war, sondern für die Versöhnung aller Afrikaner eintrat, ist mehr als bewundernswert!

Den Abend genoss ich bei einem schönen Sonnenuntergang.

Mitte der Woche war das Wetter leider nichts so schön und so fuhr ich mit einem Uber nach Sea Point und wanderte der wunderschönen Promenade nach zurück. Auf Grund der starken Winde, welche an dieser Küste oft herrschen, sind diese praktisch waagrecht gewachsen… Schon bald kam auch die Sonne wieder und es wurde ein wunderschöner Spaziergang. Dabei konnte ich auch die speziell gewachsenen Bäume betrachten.

Dabei kam ich auch nochmals am Stadion und der schönen Gartenanlage davor vorbei. Ein tolles Abendessen mit Mitstudenten rundete diesen friedlichen, schönen Tag ab.

One Day Safari Tour

Heute ging es auf Safari. Natürlich ist das von Kapstadt aus nicht gut möglich. Aber es gibt Game Reserves, auf welchen die Tiere auf grossen Gebiet mehr oder weniger frei gehalten werden. Ich wählte für meine Sarari das „Inverdoorn Game Reserve“ aus. Das Reservat ist über 10’000ha (100km^2) gross und bietet neben den Big Five auch noch sehr viele andere Tiere.

Die Anfahrt dauerte ca. 3h durch eine schöne Gegend mit vielen Reben und Obstbäumen. Leider war es regnerisch und recht kalt (was ich beim anziehen nicht berücksichtigt habe, für diesen Fehler musste ich während der Safari büssen…). Mit einem Kaffeehalt dazwischen kamen wir um ca. 9:30 Uhr dort an (ja richtig, Abfahrt war bereits um 6:00 Uhr…)

Nach einer kurzen Teepause wurden wir auf die Jeeps verteilt. Ich bekam Gottseidank eine Decke, da ein starker, kühler Wind wehte und ich nur mit Tshirt und kurzer Hose angereist kam. Zuerst gingen wir in den Bereich der Löwen. Dieser ist natürlich von den anderen Tieren abgetrennt. Der Guide wusste in etwa, wo suchen und so fanden wir die Löwen ein wenig später. Es hat mich sehr überrascht, dass sie so gut getarnt sind. Ich hätte sie wohl nicht entdeckt.

Danach ging es weiter in den für die restlichen Tiere offenen Bereich. Wir fuhren ca. 2.5h durch das Reservat und konnten sehr viele Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Einige der Touristen waren zu Beginn ein wenig enttäuscht, da nicht sofort ganze Herden zu sehen waren. Sie haben wohl einen Zoo erwartet… Aber plötzlich tauchten die schönsten Zebras vor uns auf und bald darauf waren auch Giraffen zu sehen. Der Guide erhielt darauf hin einen Tipp und wir fanden auch noch die Elefanten. Im Reservat werden nur zwei gehalten, da diese so viel Futter benötigen, dass selbst das grosse Reservat nicht für mehr reicht…


Leider wahr die Suche nach den Nashörnern ergebnislos. Wir fanden noch die Wasserbüffel (sahen jedoch nur den Kopf im Wasser), Strausse, Springböcke, Elands und viele weitere Tiere…

Am Ende ging es noch in einen Bereich wo die Geparde gehalten werden. Das Reservat übernimmt Geparde von verschiedenen Tierorganisationen und bereitet sie vor, um sie wieder in die freie Wildbahn zu entlassen. Scheinbar werden viele Geparde als Haustiere gehalten, bis sie etwas 3 jährig sind und sich nicht mehr als Haustier anbieten… Der Guide erklärte uns, dass Geparde die einzige Wildkatzenart sei, die nach einer Gefangenschaft wieder ausgewildert werden könne.

Zum Ende gab es noch ein tolles Essen und wir fuhren zufrieden wieder zurück nach Kapstadt.

Nun ist bereits die erste Woche vorbei und ich habe noch viel vor… mal schauen, ob die zweite Woche nochmals mit so vielen Erlebnissen gespickt sein wird…

Wine tasting

Da Südafrika so bekannt für seine Weine ist, wollte ich es nicht missen, die Weingebiete zu besichtigen und auch den dortigen Wein kennen zu lernen. So meldete ich mich für Samstag für einen eintägigen „whine tasting Ausflug“ an, welcher von der Schule angeboten wurde.

Wir führen um ca. 9 Uhr von Kapstadt los und trafen etwa um 10 Uhr in Stellenbosch ein. Bereits auf der Fahrt konnten wir die vielen, teils grossen Felder mit Reben bestaunen. In Stellenbosch besuchten wir den die Firma „Bergkelder“, welche unter anderem den Wein „Fleur du cap“ herstellt und vertreibt. Hier konnten wir den schönen Keller mit vielen Fässern und Flaschen bestaunen und bereits die ersten fünf (!) Weine testen. Ich bin bekanntlich kein Weintrinker, aber hier hatte es doch bereits einige, die mir schmeckten. Speziell beim tasting hier war sicherlich, dass jeweils nicht nur ein Schluck sondern ca. 1/2 Glas ausgeschenkt wurde (und das auf den nüchternen Magen…). Das konnte ja lustig werden 🙂

Weiter ging es zum Weingut „La Motte“ im Bezirk Franschhoek. Hier folge das nächste Tasting von weiteren acht (!!), sehr schmackhaften Weinen. Gottseidank gab es dazu ein wenig Brot…

In Franschhoek selbst, einem kleinen, schönen Städtchen konnten wir Mittagessen und so den Wein ein wenig setzen lassen. Auch für einen kurzen Spaziergang hat es gereicht und so waren wir wieder bereit für das letzte Tasting.

Wir fuhren zum Weingut Fairview, in welchem wir sowohl Wein (sieben verschiedene) als auch Käse (zwölf Sorten) degustieren konnten. Insbesondere der Fetakäse mit Oliven hat mich zum schwärmen gebracht, die verschiedenen Weine konnte ich irgendwie gar nicht mehr richtig auseinander halten, dies war einfach zuviel für meinen Gaumen…

Danach ging es wieder zurück nach Kapstadt. Dieser Ausflug hat mir wirklich gut gefallen (kein Wunder :-), nach zwanzig verschiedenen Weinen) und ich hatte das Gefühl, mein Englisch habe sich an diesem Tag Stunde für Stunde verbessert, ich sprach am Schluss fliessend 🙂 🙂 🙂 Aber es war ein harter Tag, wie das Foto beweisst…

Bereits die erste Schulwoche vorbei…

Die erste Woche verging wie im Fluge. Am Morgen besuchte ich jeweils die Englisch-Schule und anschliessend ging ich in der Stadt auf kleine Entdeckungsreisen… (Montag und Dienstag habe ich bereits beschrieben…)

Was ich am Mittwoch zuerst machen musste, war ein Wechsel der Unterkunft. Ich hatte ein Airbnb gebucht, welches sehr nahe der Schule liegt. Leider war es direkt an der befahrenen Sand St. und verfügte über keine Klimaanlage. Die Wohnung war auch noch gegen Westen ausgerichtet und heizte sich gegen Abend so richtig auf… Ich hatte in der Nacht jeweils ca. 28 Grad im Schlafzimmer und konnte auch das Fenster nicht offen halten, da der Strassen- und anderer Lärm so stark war… Dazu war das Appartement zwar gross, aber doch schon in die Jahre gekommen und ziemlich abgelebt… Am Dienstag reichte es mir und ich konnte beim selben Gastgeber ein anderes Zimmer buchen ohne mein bereits bezahltes Geld zu verlieren. Natürlich teurer aber das hat sich mehr als gelohnt. Nun logiere ich in einem schönen ruhigen Zimmer mit Klimaanlage und einer schönen Terasse mit Pool von wo aus man einen tollen Blick auf den Tafelberg hat.

Am Mittwochabend ging ich dann noch mit einigen der Schule Abendessen und konnte so einen erfolgreichen Tag abschliessen.

Donnerstags nach der Schule ging ich mit einigen Klassenkollegen an einem Streetfood-Market mittagessen. Dies war wirklich excellent. Ich wählte ein Gericht, welches sich „Seven Colors of South Africa“ nannte. Sieben typische Gerichte welche ich gleichzeitig testen konnte. Am besten hat mir Chakalaka geschmeckt, ein Gemüseeintopf mit Peperoni, Zwiebeln und vielen mehr… Grossartig!


Am Nachmittag wollte ich auf den Tafelberg, musste dies jedoch aufgrund des starken Windes verschieben. So machte ich mich auf den Weg nach Bo- Kaap, einem älteren Viertel mit vielen farbigen Häusern. Es war eine eher ärmliche Gegend aber wirklich schön anzuschauen.

Der Freitagabend war bereits wieder mit einer Aktivität der Schule ausgebucht. Ich meldete mich für einen Besuch des “ Bay Harbour Market“ in der Hout Bay an. Zuvor liess ich es mir jedoch nicht nehmen, auch hier in Kapstadt einen Coiffeur zu besuchen. Das mache ich sehr gerne an verschiedenen Orten ausserhalb der Schweiz. Und einmal mehr hat es sich gelohnt, unter Einheimischen und von Einheimischen die Haare schneiden zu lassen ist immer wieder ein echtes Erlebnis! Da fühlt man sich irgendwie wie zuhause.

Der Markt am Abend war sehr schön und gut besucht. Neben vielem südafrikanischem Schnickschnack gab es auch gutes Essen und Live-Musik. So ging meine erste Woche friedlich und froh zu Ende.

Township Langa

Am Dienstag habe ich mich bei der Schule für einen Spaziergang durch das Township Langa angemeldet.

Ein Township ist ein Stadtteil, welcher für nicht weisse Bewohner gepant wurde. In ärmsten Verhältnissen leben dort sehr viele Einwohner. Es wird zwar seit vielen Jahren durch den Staat viel Geld investiert und Häuser aus Stein gebaut, doch wohnen immer noch sehr viele in Holz- bzw. Blechhütten. Sie warten in Schiffs-Containern (ein halber Container, ca. 2.5x6m, pro Familie!!!), bis für sie ein Haus zur Verfügung steht.

Wir besuchten zuerst einen Ort, an welchem die Leuten Tätigkeiten wie das Bemalen von Schalen erlernen und mit dem Verkauf ein Einkommen generieren können. Wir konnten dabei richtige Kunstwerke bestaunen!

Auf unserer Wanderung durch Langa machten wir auch bei einem kleinen Museum halt. Dort wurden wir in die Geschichte dieses Townships eingeführt. Die organisierte Rassentrennung verursachte unendliches Leid…

Am Ende der Tour besuchten wir noch eine „Bar“ mit selbstgebrautem Bier… die Bar war eine Bretterbude mit einfachen Bänken den Wänden entlang… Dort erzählte uns einer der Einheimischen, wie das Bier gebraut wird und auch sonst einige interessante Details aus ihrem Leben.

Am Ende führte uns unser Guide wieder mit dem Auto durch die Township und zeigte uns auch noch „reichere“ und sehr arme Bereiche innerhalb Langa…

Die Tour war äusserst bewegend und hat bei mir einen sehr nachdenklichen Eindruck hinterlassen. Man kann ihnen als einzelne Person nicht helfen und muss einmal mehr äusserst dankbar sein, dass man das Glück hatte, in der Schweiz geboren worden zu sein.

Schulstart

Am Montag war mein erster Schultag in Kapstadt. Eigentlich startet die Schule um 9:00 Uhr, doch die Neuankömmlinge mussten zuerst einen mündlichen Test absolvieren. Nachdem mich den schriftlichen Test zuhause knapp in eine B2 Klasse einteilte, wurde ich nach dem mündlichen Test zu einem B1+ zurück gestuft 🙁 Schade, ich dachte, ich sei schon soweit und in der B2 Klasse wären auch eher ältere Mitschüler gewesen. Dies hat mich ein wenig demotiviert.

Nachdem ich dann den ersten Morgen in der Klasse verbrachte, musste ich mir eingestehen, dass dies wohl schon die richtige Einteilung war. Der Unterricht war abwechslungsreich, ich konnte vieles mitnehmen und war nicht unterfordert. Auch die Mitschüler in der Klasse sind sehr nett. Wie ich mir immer wieder sage, es kommt, wie es kommen muss und dann ist es auch gut…

Ich lernte auch andere Schüler kennen und gemeinsam mit einer Schweizerin aus Solothurn, welche auch an diesem Tag die Schule gestartet hatte, ging ich Mittagessen. Sie kannte ein sehr gutes Restaurant an der Waterfront, wo ich ein hervorragendes Curry essen konnte.

Ein schöner Spaziergang zurück zu meinem Appartement rundete den gelungenen Nachmittag ab.

Da ich mich bis jetzt nach der Dunkelheit nicht nach draussen getraute, schaute ich mir youtube – Videos von Trevor Noah an. Ein Comedian aus Südafrika (mit schweizer Wurzeln), welcher sehr anregend und unterhaltend ist und nebenbei ein Englisch spricht, welches ich sehr gut verstehe. Dieser Tipp bescherte mir einen lustigen Abend, an dem ich auch noch Englisch üben konnte. Ihn kann ich nur weiter empfehlen!

Kap der guten Hoffnung

Heute war ein Tagesausflug ans Kap der guten Hoffnung geplant. Begonnen hat dieser jedoch mit sehr viel guter Hoffnung… Um 07:30 Uhr sollte ich abgeholt werden… ich wartete und wartete, dachte an die bekannte „südafrikanische Pünktlichkeit“ und wartete nochmals… tatsächlich wurde meine Geduld belohnt, um 8:35 Uhr kam der Tourbus doch noch und der Ausflug konnte beginnen… Da ging etwas bei der Buchung schief und unsere Reiseleiterin hat erst spät von meiner Teilnahme erfahren. Gut hatte ich soviel Hoffnung, dass es doch noch klappen würde. Aber dies passte ja zum Ausflugsziel: Kap der guten Hoffnung 🙂

Wir fuhren zuerst wieder den schönen Stränden entlang zur Hout Bay wo wir im Fischerhafen Seehunde beim Schwimmen zusehen konnten. Von da aus ging es weiter auf dem berühmten Chapmans Peak Drive der Westseite der Halbinsel entlang in Richtung Kap.

Das Kap der guten Hoffnung liegt in einem Nationalpark. Wir sahen auf der Fahrt zum Kap freilebende Strausse und riesige Elenantilopen (die grösste Antilopenart, so gross wie ein Rind) und wieder viele Seebären. Am Kap hat es zwei spezielle Punkte. Cape Point ein Kliff am östlichsten Ende der Halbinsel wo der Atlanik auf den Indischen Ozean trifft und natürlich Cape Of Good Hope, der südwestlichste Punkt von Afrika und sicherlich bekannt durch die Entdeckungsreisen von Europa nach Indien. Dieser historische Ort hat irgendwie etwas magisches für mich und nun war ich dort!

Auf der Rückreise fuhren wir auf der östlichen Seite der Halbinsel nach Simon’s Town. Dort kann man die afrikanischen Pinguine bewundern. Nachdem ich bereits in Australien die kleinen Pinguine beobachten konnte, war diese grösse Art nochmals ein spezielles Erlebnis.

Zum Schluss ging es über Constantia zum Kirstgenbosch National Botanic Garden. Ein wunderschön angelegter Park mit sehr vielen raren Pflanzen und vielen Arten der Protea, der Südafrikanischen Nationalblume. Eine einstündige Wanderung hat gerade mal einen Einblick in den Park ermöglicht.

Ein toller Tag ging damit zu Ende. Der harzige Beginn wurde mehr als belohnt und die Hoffnung auf einen speziellen Tag erfüllte sich… wie passend!

Morgen werde ich meinen ersten Tag an der Schule verbringen. Ich bin gespannt, was mich dort erwartet…

Erster Tag in Kapstadt

Am Freitagabend ging es los, Zürich Airport – Capetown, mit Edelweiss in ca. 11,5h. Der Flug verlief sehr ruhig und ich konnte auch mehr oder weniger gut schlafen. Nach einem tollen Sonnenaufgang landeten wir um ca 7:15 Uhr im ungefähr 9000km entfernten in Kapstadt. Ich hatte Glück, eine Studentin, welche auch an dieser Schule Englisch lernen wird, hatte bei der Schule einen Transfer gebucht und so konnte ich gerade mitfahren. Das war einfacher Start…

Als Absteige habe ich mir ein Airbnb gebucht. Eine kleine Wohnung im Zentrum, nahe der Englisch-Schule. Glücklicherweise wurde die Wohnung vorher nicht benutzt und so konnte ich direkt einchecken. Die Wohnung entspricht natürlich den Fotos auf Airbnb, die Abnutzungserscheinungen, etc. sah ich aber erst beim Betreten… tja, einmal mehr wurde mir bewusst, wie schön ich es zuhause habe. Aber für zwei Wochen passt es und glücklicherweise war alles doch sehr sauber!

Bevor ich losgehen konnte, musste ich mir zuerst einen Plan für das Wochenende aushecken. Natürlich hatte ich bereits eine Idee, ging jedoch trotzdem in Touristcenter und erkundigte mich… Samstag Hopp-On / Hopp-Off Bus um die Gegend zu erkunden, Sonntag bereits ans Kap der Guten Hoffnung. Somit war das erste Wochenende bereits organisiert und ich konnte die Busfahrt starten.

Auf drei Routen erkundigte ich die Stadt. Meistens direkt vom Bus aus. Ich habe den Tafelberg und den Lions Head gesehen, bin durch das älteste Weinanbaugebiet Südafrikas gefahren (Constantia) und habe die schönen Strände bewundert. An der berühmten Waterfront stieg ich aus und lies mich mit den Massen treiben. Dort konnte ich ein tolles Reggae-Konzert geniessen und mir auch sonst alles ansehen. Auch durch die ärmeren Gegenden sind wir gefahren… Hier trifft sehr arm und sehr reich direkt aufeinander… schwierig zu verstehen und mit anzusehen, dies muss ich für mich zuerst akzeptieren. Gehört in Südafrika scheinbar dazu…

Gesamthaft ging ein sehr erlebnisreicher Tag mit bereits wieder vielen Eindrücken zu Ende. Ich merke jedoch einmal mehr, dass es mir einfach nur halb so viel Spass macht, alleine zu reisen. Ich freue mich, wenn ich ab Montag in der Schule mit einer Gruppe zusammen komme und dann die Ausflüge und Erlebnisse mit anderen gemeinsam erleben kann.

Aber zuerst geht es nun morgen mit einer geführten Tour ans Kap der guten Hoffnung! Etwas, was sehr hoch oben auf meiner Todo – Liste steht. Freue mich darauf, einmal dort zu sein, da ich davon schon in meiner Jugend viele spannende Geschichten gelesen habe (Seefahrer, Entdecker, etc.)